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Verfahren

Verfahrensbeschreibung

Das Abwasser der angeschlossen Ortsteile erreicht die Kläranlage über zwei Zuleitungskanäle von Bleidenstadt und einen Zuleitungskanal von Seitzenhahn. Das Einlaufhebewerk fördert das Abwasser so hoch, dass es die Reinigungsstufen ohne weitere Hebung durchfließen kann.

Die mechanische Reinigungsstufe beginnt nach dem Hebewerk mit der Rechenanlage, in der die Grobstoffe (Rechengut) abgesiebt werden. Zwecks Deponierung wird das Rechengut von organischen Stoffen ausgewaschen, gepresst und in einen Container abgeworfen. Anschließend gelangt das gesamte Abwasser in den belüfteten Sandfang, welcher zur Abscheidung sandartiger Stoffe dient. Bei Trockenwetterbedingungen gelangt das Abwasser direkt in das Vorklärbecken. Bei größeren Regenwetterzuflüssen wird das über die Kapazität (>450 l/s) hinausgehende Regenwasser in ein Regenrückhaltebecken (RÜB) geleitet. In den Vorklärbecken setzen sich die durch Schwerkraft absinkenden absetzbaren Stoffe ab und es entsteht der so genannte Vorklär- oder Rohschlamm.

Das von den absetzbaren Stoffen befreite Abwasser fließt in das Belebungsbecken. Hier werden die im Abwasser enthaltenen gelösten und feinst verteilten Schmutzstoffe durch Mikroorganismen abgebaut. Diese den sog. Belebtschlamm bildenden Kleinlebewesen verwenden die gelösten organischen Substanzen als Nährstoffe zum Aufbau der eigenen Körpersubstanz. Der für diese Aufbauarbeit notwendige Luftsauerstoff wird mit Hilfe von Oberflächenbelüftern in die Becken eingetragen.

In den anschließenden Nachklärbecken wird das Abwasser-Belebtschlamm-Gemisch unter Einwirkung der Schwerkraft wieder getrennt; der Belebtschlamm sinkt als Nachklärschlamm zu Boden und das gereinigte Abwasser fließt in die Aar. Der Nachklärschlamm wird als Träger der biologischen Reinigung größtenteils in das Belebungsbecken zurückgepumpt. Ein kleiner Teil fällt als Überschussschlamm an, der zusammen mit dem Rohschlamm aus dem Vorklärbecken weiterbehandelt wird.

Der aus dem Vorklärbecken anfallende Primärschlamm (Rohschlamm) und der überschüssige Belebtschlamm werden gemeinsam in einem Eindickbehälter statisch vorentwässert. Das dabei entstehende Schlammtrübwasser wird dem Belebungsbecken zugeleitet, der eingedickte Schlamm in zwei Faulbehälter gepumpt bei gleichzeitiger Erwärmung auf ca. 37°C. Dort werden die organischen Bestandteile des Schlammes unter Luftabschluss durch Kleinlebewesen (Methanbakterien), die nur im sauerstofflosen warmen Milieu leben, teilweise aufgezehrt, wobei Faulgas entsteht und die Gesamtfeststoffmenge um ca. 35% reduziert wird. Ebenso wie aus dem Nachklärbecken der Rücklaufschlamm als Organismenträger ins Belebungsbecken zurückgeführt wird, um dort die biologische Abwasserreinigung zu ermöglichen, wird auch ein Teil des im Faulbehälter entstehenden Faulschlammes ständig dem neu zugeführten Rohschlamm zugemischt. Die Mischung der beiden Schlämme und der biologische Abbau im Faulbehälter werden durch ständiges Umwälzen des Behälterinhaltes unterstützt und intensiviert.
Der ausgefaulte Schlamm wird in der chemischen Konditionierungsanlage in einen entwässerbaren Zustand gebracht. Dazu wird er mit Eisenchlorid und Kalk vermischt und in einem Speicherbehälter zur Reife gebracht. Der konditionierte Schlamm wird anschließend über eine Kammerfilterpresse so weit entwässert, dass er als festes transportfähiges Endprodukt an die Landwirtschaft abgegeben oder auf die Deponie gelagert werden kann. Das bei der Entwässerung anfallende Filtratwasser wird in der Kläranlage zurückgeleitet.
Das beim Faulprozess entstehende Gas wird in einem Gasbehälter gesammelt und wird dann von den zwei Blockheizkraftwerken verbrannt, wobei einerseits Strom erzeugt wird (der einen Teil des Strombedarfs der Kläranlage deckt) und zum anderen wird die Restwärme zum Beheizen des Faulbehälters, des Betriebsgebäudes und eines benachbarten Wohngebäudes verwendet.
 
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